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Nr. 11, September 1999Flucht und Asyl

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Friedensgebete des Leipziger Flüchtlingsrates e.V.

An den traditionellen Friedensgebeten in der Nikolaikirche Leipzig nimmt der Flüchtlingsrat Leipzig e.V. nunmehr seit Jahren teil. Zweimal jährlich organisiert er sie zu Themen der Flüchtlingspolitik  und führt sie durch mit dem  Ziel, der Öffentlichkeit die Lebenssituation der Flüchtlinge in Deutschland nahezubringen sowie die Menschen mit dem Schicksal von Flüchtlingen, deren Fluchtursachen und -folgen vertraut zu machen. In der Regel finden diese jeweils im Frühjahr und im Herbst statt. Feststehend ist dabei der erste Montag im Rahmen der Interkulturellen Wochen. Zu diesem Termin – alljährlich im September – wurden in den vergangenen drei Jahren durch die Abschiebehaftgruppe des Flüchtlingsrates Leipzig e.V. die Friedensgebete gestaltet. Dabei setzten sich die Mitglieder der Gruppe mit den Abschiebungen von Flüchtlingen sowie den Abschiebehaftpraktiken kritisch auseinander. Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern bekamen die Möglichkeit, Fluchtursachen in ihren Heimatländern sowie Einzelschicksale persönlich  in der Nikolaikirche darzulegen. Alle friedliebenden Menschen wurden dazu aufgerufen, den Problemen von Flüchtlingen nicht gleichgültig gegenüberzustehen.
Die Mitglieder des  Flüchtlingsrates Leipzig e.V. haben sich in all den Jahren in den Friedensgebeten mit dem Inhalt ihrer Arbeit  an die Öffentlichkeit gewandt. Dabei geht es um die Förderung der Völkerverständigung, der Fürsorge für Flüchtlinge sowie der Entwicklungshilfe. Den Flüchtlingen, denen in ihrer Heimat Gefahren für Leib und Leben drohen, ist Schutz und ein menschenwürdiges Leben zu gewähren.
Auch die Fraueninitiative beim Flüchtlingsrat Leipzig e. V. befaßte sich in einem Friedensgebet mit der spezifischen Problematik der Flüchtlingsfrauen, die in dreifacher Hinsicht diskriminiert sind – als Ausländerin, Flüchtling und Frau. Um dieser Diskriminierung entgegenzuwirken, stellt die Fraueninitiative in ihrer Arbeit Öffentlichkeit für die Situation der Flüchtlingsfrauen her. Es gilt, die frauenspezifischen  Fluchtgründe anzuerkennen. Die Isolation der Flüchtlingsfrauen ist zu vermindern, indem auf die Integration dieser Frauen hingewirkt wird und ihre Bedürfnisse, Interessen und Aktivitäten in das Leipziger Frauennetzwerk eingebracht werden.
Ungeachtet der Unterstützung und Hilfe, die die Flüchtlinge in sozialer, rechtlicher und kultureller Hinsicht und in ihren Anliegen gegenüber Behörden in Deutschland durch Flüchtlingsinitiativen und Vereine erhalten, ging der Flüchtlingsrat Leipzig e.V. auch in mehreren Friedensgebeten auf die Fluchtursachen und deren  Zusammenhänge mit den Prozessen der internationalen Weltpolitik ein. Zur Thematik „Die Brandstifter löschen das Feuer – Probleme langfristiger Friedenspolitik“ wurden alle Anwesenden dazu aufgerufen, sich mehr denn je mit den Prozessen der internationalen Weltpolitik zu befassen, sich besser zu informieren und durch Aktivitäten schon im Vorfeld mit dazu beizutragen, daß gewalttätige Auseinandersetzungen verhindert werden. Hierzu verkündete der Flüchtlingsrat  eine Reihe von  Forderung, denen sich alle friedliebenden Menschen anschließen sollten, indem sie verstärkt für deren Durchsetzung entsprechenden Druck auf die Politiker ausüben.
Alle Interessierten sind zum nächsten Friedensgebet des Flüchtlingsrates Leipzig e.V. in der Nikolaikirche am 27.09.199, 17.00 Uhr herzlich  eingeladen.
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Diese Seite wurde aktualisiert am 01.10.2020.