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Nr. 12, März 2000Flucht und Asyl

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Eheschließungen mit AusländerInnen unter bundesdeutschen Vorzeichen
 

Jedes Jahr werden ca. 43 000 Ehen zwischen einem Deutschen und einem(r) ausländischen(r) PartnerIn geschlossen. Dies sind ca. 12 % aller Eheschließungen in der Bundesrepublik Deutschland. Und ihr Anteil wächst ständig. (Unberücksichtigt davon sind Ehen, die in der Bundesrepublik geschlossen werden. bei denen keine(r) aus Deutschland stammt).
Ist der Entschluss gefasst, eine(n) ausländische(n) PartnerIn zu heiraten, sollte zu allererst ein Beratungstermin beim Standesamt vereinbart werden. Es ist wichtig, genau zu wissen, wann eine Eheschließung in Deutschland nicht möglich ist und gegebenenfalls eine im Land des(r) Partners(in) stattfinden sollte. Auch dafür ist ein Beratungstermin sinnvoll, denn diese Ehe muss hier anerkannt werden, und so haben die einzureichenden Papiere ebenfalls bestimmten Anforderungen zu entsprechen.
Bei diesem ersten Standesamttermin erfährt man, welche Unterlagen beschafft werden müssen, wie lange diese im einzelnen gültig sind, welche Beglaubigungen erforderlich sind, welche Zeit die Bearbeitung beansprucht und welche Kosten entstehen können (z. B. Bearbeitungsgebühren, Dolmetscherkosten, Kosten der Eheschließung). Manche der geforderten Unterlagen haben nur eine kurze Gültigkeit , z. B. eine Woche, 3 Monate, 6 Monate.
Für deutsche StaatsbürgerInnen genügt für die Aufgebotsbestellung oft ein gültiger Personalausweis, eine Abstammungsurkunde und eine Meldebestätigung. Ihre PartnerInnen müssen einen gültigen Reisepass bzw. Ersatzdokument im Original vorweisen. Au-ßerdem wird eine Aufenthaltsbescheinigung / Meldebestätigung, eine Geburtsurkunde / Abstammungsurkunde, ein/e Ehefähigkeitszeugnis / Ledigkeitsbescheinigung benötigt.
Ist die Erlangung bestimmter Papiere nicht möglich, kann manch-mal eine „eidesstattliche Erklärung" diese ersetzen.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt muss zum Beratungstermin beim Standesamt keine Gebühr entrichtet und auch nicht der Name des/der Verlobten genannt werden.
Man sollte sich unbedingt mit viel Geduld auf diesen wichtigen Schritt vorbereiten und keinesfalls unter Zeitdruck damit beginnen. Allein die Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis kann in Deutschland – je nach Belastung der Gerichte – durchaus 6 Wochen dauern.
Aber ich denke, es lohnt sich am Ende, und man sollte auch mög-liche Hilfen bereits im Vorfeld in Anspruch nehmen. So kann man sich z. B. an das Büro des Ausländerbeauftragten der Stadt Leipzig wenden (Neues Rathaus) oder an den Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf e.V. in Leipzig, Rosa-Luxemburg-Straße 19 – 21, (welche beide auch zum Thema „Heiraten" aussagefähig sind.).
 
Barbara Pröschild
 
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Diese Seite wurde aktualisiert am 18.04.2020.