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Nr. 17, Juli.2002

 
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VERNETZUNG


Zweites bundesweites Vernetzungstreffen von
Abschiebehaftgruppen und –initiativen in Leipzig im April 2002

 

Seit Juni 2001 besteht das Projekt „Vernetzung von Abschiebehaftgruppen und –initiativen“ beim Flüchtlingsrat Leipzig e.V., das von Pro Asyl und der Deutschen Stiftung für UNO-Flüchtlingshilfe gefördert wird und seit diesem Monat um ein weiteres Jahr verlängert wurde.

Vorausgegangen war dem eine Einladung der Abschiebehaftgruppe beim Flüchtlingsrat Leipzig e.V. bereits im Herbst 2000 zu einem ersten bundesweiten Vernetzungstreffen, das dann im April 2001 in Leipzig stattgefunden hatte.

Als Folge aus diesem Treffen war das o.g. Projekt mit einer Teilzeitstelle entstanden.

Eine Vernetzung auf Bundesebene schien schon aus dem Grund wichtig, dass in vielen Regionen bzw. in einigen Bundesländern nur eine oder gar keine Abschiebehaftgruppe tätig ist – eine länderinterne Vernetzung würde deshalb keinen Sinn machen. Dabei war an eine Art Positionsbestimmung für die Arbeit in der Abschiebehaft genauso wie an eine mögliche Effektivierung der Öffentlichkeitsarbeit bzw. der politischen Arbeit zur Abschiebehaft gedacht.

Im April 2002 trafen sich dann mehr als 60 Vertreter/innen von Abschiebehaft-Initiativen aus der gesamten Bundesrepublik sowie aus Frankreich, Österreich und den Niederlanden in Leipzig.

In gemeinsamen Diskussionsrunden und in Arbeitsgruppen wurden wichtige Themen behandelt, beispielsweise:

·       Konsequenzen aus dem Zuwanderungsgesetz, insbesondere die Ausreisezentren

·       die schwierige Situation von Sozialarbeit einerseits und politischer Arbeit andererseits in Bezug auf Abschiebehaft

·       Vorbereitung einer Kampagne gegen Abschiebehaft

Außerdem gab es am Abend öffentliche Referate mit Diskussion zu den Themen:

·       Abschiebehaft in Frankreich, in den Niederlanden, in Österreich und der Schweiz sowie in Polen

·       Spezifische Probleme von Frauen in Abschiebehaft

Nach diesem zweiten Treffen im April 2002 hat die sehr heterogene Landschaft in diesem Bereich wiederum deutlich gemacht, dass durchaus unterschiedliche Ansichten und Herangehensweisen zur Abschiebehaft existieren. Wir versuchen dazu anregen, dass sich – trotz bestehender Differenzen - eine Zusammenarbeit von Abschiebehaftgruppen bundesweit entwickelt.

Die Diskussionen haben auch gezeigt, dass sich eine gemeinsame inhaltliche Basis aller vernetzten Abschiebehaftgruppen für das Statement gegen Abschiebehaft schwer formulieren lässt. Deshalb einigten sich die auf dem Zweiten Vernetzungstreffen 2002 anwesenden Gruppen auf einen gemeinsamen Aktionstag unter dem Motto "Tag der offenen Tür" am Samstag, 02.11.2020, an dem die Gruppen individuelle Aktionen zum Thema Abschiebehaft durchführen.

An diesem Tag soll in möglichst vielen Orten gleichzeitig etwas zum Thema Abschiebehaft passieren. Dabei soll möglichst ein breites Bündnis erreicht werden, beispielsweise auch mit The Voice, der Karawane, Migrantenselbstorganisationen, Flüchtlingsräten und -initiativen, Kirchgemeinden, Wohlfahrtsverbänden u.a.

Die Teilnehmer/innen haben auch vereinbart, dass im Frühjahr 2003 das dritte Vernetzungstreffen, wiederum in Leipzig und auch wieder vom Projekt Vernetzung vorbereitet und organisiert, stattfinden soll. Zu dieser Tagung wollen wir verstärkt Partner aus anderen europäischen Ländern, insbesondere auch aus Osteuropa, einladen.

Wir hoffen, dass es uns gelingt, bereits in den Monaten vor dem Treffen Kontakte zu anderen Europäern herzustellen und uns miteinander auszutauschen.

Hier noch einige Hinweise über Informations- und Kontaktmöglichkeiten:

Die gemeinsamen Internetseiten der Abschiebehaftgruppen sind unter der Adresse http://www.abschiebehaft.de zu finden. Dort können Abschiebehaftgruppen und andere interessierte Vereine bzw. Organisationen ihre Texte zum Thema Abschiebehaft selbständig per Webformular eingeben. (Bitte bei Interesse eine kurze Mail an
vernetzung@abschiebehaft.de, da die Eingabe von Texten passwortgeschützt ist.)

Es gibt auch eine interne Mailingliste für Abschiebehaftgruppen:

Abschiebehaftgruppen, interessierte Flüchtlingsinitiativen und andere Gruppen kommen auf Antrag hinein. Nur Mitglieder der Liste können (unmoderiert) Beiträge an die Liste schicken. Beiträge von Nicht-Mitgliedern passieren die Moderation.

Beiträge an die Liste schicken:

abschiebehaft@www.fluechtlingsrat-lpz.org

Sich als Mitglied eintragen sowie weitere Informationen:

https://www.fluechtlingsrat-lpz.org/mailman/listinfo/abschiebehaft

Für die Kampagne gegen Abschiebehaft gibt es eine offene Mailingliste:

Mails an die Liste:

kampagne@www.abschiebehaft.de

Eintragen und Konfiguration unter:

https://www.abschiebehaft.de/mailman/listinfo/kampagne

 

Wir werden in den nächsten Ausgaben in Fortsetzung dieses Beitrages die wichtigsten Informationen aus den europäischen Referaten darstellen.

Petra Krüger

Projekt-Koordinatorin

 


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Diese Seite wurde aktualisiert am 23.07.2020