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Nr. 17, Juli.2002

 
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MELDUNGEN AUS LEIPZIG:

 

Schüler-Abo-Card für Kinder von Asylbewer-bern

Verhandlungen der Stadt Leipzig mit den LVB haben ein erfreuliches Ergebnis für Asylbewerberkinder und -jugendliche gebracht: sie können zum ermäßigten Preis von 35 € pro Schuljahr eine Schüler-Abo-Card zur Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln der LVB erhalten. Alle, die in Leipzig oder Markkleeberg wohnen und in Leipzig eine allgemein- oder berufsbildende Schule oder das berufsvorbereitende Jahr besuchen, können sie erwerben. Falls innerhalb des Schuljahres die Fahrkarte zurückgegeben wird bzw. werden muss, wird sogar der Differenzbetrag vom Sozialamt erstattet, und die Karte steht dann "Neueinsteigern" zur Verfügung.

Ärztliche Versorgung von Asylbewerbern nicht mehr
 durch die Ambulanz St. Georg

 Seit dem 17. Mai 2002 können alle Empfänger/innen von Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz ihren Arzt / ihre Ärztin vorübergehend wieder frei wählen. Zu diesem Tag hat das Städtische Klinikum St. Georg dem Sozialamt der Stadt Leipzig überraschend die Vereinbarung über die medizinische Versorgung von Asylbewerbern gekündigt. Bis dahin mussten alle Asylbewerber/innen und geduldeten Personen, die reduzierte Leistungen nach § 1 AsylbLG erhalten, sich zur Krankenbehandlung an die Ärzt/innen der Ambulanz des St. Georg wenden. Die damit verbundenen Einschränkungen und Probleme für die Patient/innen waren vor allem vom "Brückenschlag e.V." und dem Flüchtlingsrat Leipzig kritisiert worden (siehe "Flucht und Asyl Nr. 16, S. 10/11). Die vollständige Freiheit soll aber nicht von Dauer sein. Die Stadt plant jetzt Vereinbarungen mit niedergelassenen Ärzt/inn/en, die in der Umgebung der Heime ihre Praxis haben und z.T. schon Flüchtlinge behandeln. Sie sollen künftig für die Behandlung dieses Personenkreises zuständig sein und auch Sprechstunden in den Heimen sicherstellen. Wir hätten uns eine freie Arztwahl für alle Flüchtlinge auch in der Zukunft gewünscht, hoffen aber, dass die neue Regelung großzügiger sein wird als die alte. So sollten zumindest je ein Arzt und eine Ärztin zur Verfügung stehen, bestehende Vertrauensverhältnisse zu Ärzt/inn/en nicht zerrissen werden und bevorzugt Verträge mit Ärzt/inn/en abgeschlossen werden, die engagiert für Flüchtlinge sind.

Sprachkurse gut besucht

Zahlreiche Ausländer/innen, die bis jetzt keine Finanzierung zum Besuch eines Deutschkurses erhalten hatten (z.B. anerkannte Konventionsflüchtlinge nach § 51 Ausländergesetz), dürfen im Rahmen eines Modellversuches in Leipzig jetzt die Sprache kostenlos erlernen. Die Kurse sind gut besucht, auch wenn bei einigen der Anfangseifer größer war als die Ausdauer: zur Zeit laufen an den drei beteiligten Schulen 12 Kurse mit je etwa 20 Personen, d.h. ca. 240 Personen lernen dort.

 

 


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Diese Seite wurde aktualisiert am 23.07.2020